Surfin’ A.U.S.

Surfin’ A.U.S.

Sechs Wochen, um die Ostküste Australiens von Cairns nach Sydney zu bereisen, schienen auf den ersten Blick ganz schön viel Zeit zu sein.

Geht euch das auch manchmal so, dass ihr durch all das Wischen und Zoomen auf den Google-Maps-Karten das Gefühl für Entfernungen verliert? In Australien doppelt tricky, da auf dem dünn besiedelten Kontinent auch scheinbar kurze Distanzen locker mal ein paar hundert Kilometer und eine zehnstündige Busfahrt bedeuten können.

Für unseren Trip längs durch Queensland haben wir uns für den Greyhound Bus entschieden. Dessen Hop-on-hop-off-Pass ist so etwas wie ein Round-the-World-Ticket durch den „Sunshine State“. Immer nur in eine Richtung (in unserem Fall von Cairns im Norden bis hinunter nach Byron Bay), kann man sich bequem online auf einzelne Abschnitte einbuchen und entlang der immerhin 2000 Kilometer langen Strecke so oft aussteigen, wie es die Haltestellen zulassen. Für uns eine angenehme Art, durch Australien zu „surfen“.

Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Flixbus nach Berlin und der Fahrer hält unterwegs an und kauft an einem Straßenstand (würden in Ostdeutschland Bananen wachsen) einen Beutel Bananen, die er unter den Passagieren verteilt. — Das ist Busfahren in Australien!

Zurückblickend erscheint uns die Ostküste Queenslands wie ein einziger weißer Sandstrand zwischen Cairns und Byron Bay. Kein Wunder, dass all die Rentner aus Melbourne den „Winter“ (mit Temperaturen um die 12 Grad) lieber oben an der Sunshine Coast bei 20 bis 25 Grad verbringen. Und kein Wunder, dass dieser Teil Australiens das Ziel so vieler Backpacker und Surfer ist.

Denn Australien steht verdientermaßen auf den Listen der weltweiten Lebensstandards weit oben. Okay, was Alkohol in der Öffentlichkeit angeht, könnten die Aussies etwas entspannter sein, doch hinsichtlich der öffentlichen Infrastruktur gibt es wenig zu meckern. Da es insbesondere im Norden vor der Küste von Würfelquallen wimmelt — garstige Nesseltiere, die zu den giftigsten Tieren der Welt zählen und deren Tentakel durch bloße Berührung ein Kind töten und einem Erwachsenen Schmerzen zufügen können, dass dieser noch unter Morphiumbetäubung schreit –, gibt es in jeder Stadt in Strandnähe eine künstlich angelegte Lagune. Wie ein Freibad, nur viel cooler, mit Liegewiesen, Sandstrand, Planschpools, Palmen, Rettungsschwimmern, Grillanlagen, Duschen, Toiletten, alles kostenlos. Und vor allem: keine Quallen.

Auch das letzte „kurze Stück“ zwischen Byron Bay und Sydney schien nicht weit zu sein. Beim näheren Blick auf die Karte stellten wir jedoch fest, dass zwischen beiden Städten immerhin fast 800 Kilometer liegen, eine Entfernung wie zwischen Hamburg und München, so dass wir für unsere letzte Etappe in Australien lieber einen Flug genommen haben.

Sechs Wochen in Australien:

2 Gedanken zu „Surfin’ A.U.S.

  1. Sehr, sehr schöne Fotos! Und urplötzlich habe ich Lust, mit einem Strauß Bananen in die Öffis zu steigen. 😀

    Lasst es euch gut gehen, ihr Lieben!!!

    1. Sind schon dabei. 🙂
      Mal sehen, was die hier in Kanada in den Bussen verteilen … vielleicht das jüngst legalisierte Cannabis, das hier überall in der Luft liegt?

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